Ricoh R10 Testbericht – Teil 1


Wer nach einer Kompaktkamera sucht hat es nicht leicht, es gibt mehr Auswahl als man möchte und es ist leicht den Überblick zu verlieren unter den ganzen Modellen der verschiedenen Hersteller. Die meissten Modelle unterscheiden sich nur in den verfügbaren Farbvariationen oder den verfügbaren Szenen die mehr oder minder nützlich ausfallen. Unter all diesen Kameras finden sich nur wenige wirklich interessante und aussergewöhnliche Modelle, eines davon is die Ricoh R10.

Es handelt sich hier um eine kleine und sehr kompakte Kamera mit einem überaus vielseitigen 7.1x Zoom-Objektiv mit einer Brennweite von 28-200mm, sehr guter Verarbeitung und erstklassiger Bedienung. Aber Vorsicht, die R10 ist nicht eine Kamera bei der man einfach auf den Auslöser drückt und ausgezeichnete Fotos bekommt. Ricoh selbst sagt über die R10 folgendes: “A camera to realize the photographer’s intent.” (“Eine Kamera um die Vorstellung eines Fotografen umzusetzen”). Somit ist klar, dass die R10 obwohl sie über einen ‘Easy’-Modus verfügt, nicht für Anfänger geeignet ist und man etwas Verständniss für Fotografie haben muss oder man sollte zumindest bereit sein einige Einstellungen selbst vorzunehmen. Wer sich allerdings die Mühe macht und lernt die Kamera zu bedienen und einige einfache Einstellungen vorzunehmen, der wird mit einer sehr guten Bildqualität belohnt. Ich hatte die Kamera seit einiger Zeit und bin von ihr recht begeistert, sie ist nicht perfekt aber welche Kamera ist es schon.

Wer nach Bildvergleichen bei 200% Vergrösserung sucht ist hier fehl am Platz. Auch werde ich nicht ins jede einzelne Detail des Menüs gehen, dies kann man im Handbuch selbst nachlesen. Dieser Test richtet sich an die Bedienung der Kamera und an die Fuktionen, die ich besonders interessant finde und welche die Kamera unter den verschiedenen Modellen anderer Hersteller herausstechen lassen.

Bedienung und Verarbeitung

Dieser erste Teil richtet sich an die Verarbeitung, Bedienung und einige sehr nützliche oder interessante Funktionen.


Das erste was heraussticht ist, dass die R10 nicht wie ein Spielzeug aussieht sondern wie eine professionelle Kamera. Sie kommt auch nicht in regenbogen Farben sondern in nüchternen Schwarz, Silber oder Bronze. Die Kamera sieht so gut aus in Bronze, dass ich sie alleine wegen dem Aussehen kaufen würde. Das Design ist seit der R8 professioneler als bei den alten Kameras der R-Serie und orientiert sich an die GX oder GRD Kameras. Es ist nun einfach die gesamte Produktlinie von Ricoh zu erkennen und auch von der anderen Herstellern zu unterscheiden. Es is nicht verwunderlich, dass Ricoh einige Preise für ihre Kameradesigns bekommen hat, wie letztens hier von mir berichtet.


Sobald man die Kamera in die Hand nimmt stellt man fest wie solide sie sich anfühlt, die Metallplatte auf der Oberseite fühlt sich gut an und hat eine Gravur mir “7.1x Optical Wide Zoom Lens”. Obwohl der Rest aus Plastik gefertigt ist fühlt sich die gesamte Kamera sehr gut und solide an. Wer die älteren Modelle der Ricoh R-Serie mit ihren Plastik Knöpfen oder den sehr schmalen aber nicht gerade stabilen R6 und R7 kennt wird von der Verarbeitung der R10 sehr positiv überrascht. Die Verarbeitung an sich ist bereits Grund genug um auf die R10 aufzurüsten. Eine weitere Verbesserung gegenüber den vorherigen Modellen ist der Griff an der Kamera, der jetzt sogar etwas grösser als bei der R8 ausgefallen ist. Obwohl der Griff hier Platzbedingt kleiner ausgefallen ist als bei den GX und GRD Kameras ist es um einiges angenehmer als der Griff and der Panasonic LX3. Jemand bei Ricoh hat sich wirklich Gedanken gemacht wie man das Handling und die Verarbeitung optimal hinbekommen kann und dies sieht man der R10 an. Die Knöpfe für die wesentlichen Kontrollen sind alle dort plaziert wo man sie erwartet und man kann alles sehr intuitiv mit nur einer Hand bedienen, nach einiger Eingewöhnungszeit sogar ohne auf dem Bildschirm schauen zu müssen.


Der Bildschirm ist Ausgezeichnet, es ist sehr hell und hat eine hohe Auflösung mit einem weiten Blickwinkel. Es hat eine Auflösung von 460,000-Pixel und misst ordentliche 3″. Die Wiedergaberate ist sehr gut und es funktioniert auch in der Dunkelheit ohne Probleme. Leider hat es Ricoh versäumt hier einen Schutz für den Bildschirm einzusetzen, wie das bei der GRD II der Fall ist.


Es gibt allerdings auch einige kleinere Probleme mit der Verarbeitung. Das Gewinde für den Stativ ist nur aus Plastik, es wirkt jedoch sehr wiederstandsfähig und sollte keinen Grund zur Sorge geben. Aber vorsicht, wenn man einen Stativ dranschraubt kann es sein, dass sich das Akku-/Speicherkartenfach öffnet wie auf dem Bild zu sehen.
Ein anderes Problem könnte mit dem Griff an sich und der Plazierung des Blitzes bestehen, der leicht mit einem Finger verdeckt werden kann. Wenn man etwas aufpasst sollte es aber eigentlich kaum auftreten, auch gibt es keinen Platz an der Kamera um den Blitz woanders plazieren zu können.


Der Einschaltknopf ist etwas tiefer ins Gehäuse plaziert und somit sollte es keine Probleme mit einem versehentlichen Einschalten in der Tasche geben. Sollte es dennoch passieren, dass sich die Kamera in der Tasche einschaltet, muss man sich keine Sorgen um das Objektiv machen. Das Objektiv stoppt beim ausfahren wenn es auf ein Hinderniss trifft. Das ist sehr gut und ist nach den Problemen bei der R5 eine sinnvolle Verbesserung von Ricoh. Eine kleine Anmerkung habe ich dennoch und zwar sollte das Objektiv wieder zurückfahren wenn es auf ein Hinderniss trifft und nicht in der Position stehen bleiben oder es könnte von anderen gegenständen in der Tasche zerkratzt werden. Die Optik ist sehr gut wenn man den grossen Brennweitenbericht in Betracht zieht.


Die Bedienung ist für eine so kompakte Kamera wirklich hervorragend. Die Zoomsteuerung erfolgt über eine Zoomwippe um den Auslöser und befindet sich genau am richtigen Platz. Der Zoom erfolgt entweder stufenlos oder, wie nur bei Ricoh Kameras üblich, über einen Stufenmodus. Der Stufenmodus ist sehr praktisch und funktioniert bei der GX200 super aber ist nicht so praktisch bei der R10. Das Problem sind die 7 Positionen die es gibt, dadurch muss man die Zoomwippe ganze 7 mal drücken um von 28mm auf 200mm zu kommen und dies ist etwas zu umständlich und dauert zu lange. Dies kann aber leicht mit einem Update behoben werden, indem man bei längerem drücken der Zoomwippe automatisch auf den stufenlosen Zoommodus wechselt.
Das Programmwahlrad auf der Oberseite erlaubt das schnelle Wechseln zwischen den Programmen, es rastet fest ein und lässt sich nicht unbeabsichtlich verstellen. Wie all die anderen Ricoh Kameras hat es auch die zwei Benutzerprogramme ‘My1’ und ‘My2’, die es einfacher gestallten schnell zwischen den gespeicherten Einstellungen zu wechseln. Die Kamera behält alle Einstellungen bei und merkt sich sogar die aktuelle Zoomposition (nur bei aktivierten Stufenzoom) in den Benutzereinstellungen. Zusammen mit dem automatischen Modus, welches auch alle Einstellungen beibehält, kann man so schnell und einfach zwischen verschiedenen Einstellungen wechseln ohne ins Menü gehen zu müssen. Es zwar noch den sogenannten ‘Easy’ Modus aber ich finde es persönlich recht nutzlos, da es die verfügbaren Optionen und Einstellungen sehr Einschränkt. Zwar funktionert es gut für einfache Szenen aber die einzige Kamera die wirklich gut im voll automatischen Modus funktioniert ist die Panasonic G1.
Über die sehr eingeschränkten Videofunktionen kann man nicht viel sagen und Ricoh hat hier sehr grossen Nachholbedarf. Es gibt keinen HD-Modus und auch der optische Zoom funktioniert nicht, alles was man bekommt sind recht bescheidene AVI-Filme in 640×480-Pixeln Auflösung und das ohne den Bildstabilisator nutzen zu können. Ricoh muss die Videofunktion dringend auf den Stand der anderen Hersteller bringen oder aber diese Funktion komplett entfernen. Wer also nach einer Kamera sucht um auch Videos aufzunehmen sollte sich lieber die Alternativen von Panasonic oder Samsung anschauen.


Alle wichtigen Funktionen lassen sich über den ‘Adj./OK’ Joystick bedienen, dies funktioniert sehr gut und ist genau was diese Kamera gegenüber anderen auszeichnet. Der Joystick ist gross und präzise, nicht wie bei der Panasonic LX3 oder der Ricoh R6/7 zu klein geraten und schlecht plaziert. Nach einiger Eingewöhnungszeit kann man alle wichtigen Funktionen schnell und leicht mit dem Daumen vornehmen ohne auf dem Bildschirm schauen zu müssen. Wenn man den ‘Adj./OK’ Joystick drückt kann man bis zu vier, selbst festlegbare, Funktionen auswählen. Man kann zum Beispiel zwischen ISO, Weiss Abgleich, EV und den Fokus-Optionen wählen, die letzte Option is immer der AE/AF-Modus. Bewegt man den Joystick nach Links, aktiviert man den Macro-Modus, nach Rechts kann man die Blitz-Funktion auswählen. Alles lässt sich leicht und schnell einstellen, einzig der ‘Fn’ Knopf ist nicht ganz so gut plaziert und hätte mit der Wiedergabe-Taste getauscht werden müssen.

Die R10 hat wie bereits die GRD II und GX200 eine elektronische Wasserwaage, die in der Praxis extrem nützlich ist und es einfach gestaltet immer einen geraden Horizont zu haben. Ausser den Ricoh Kameras gibt es nur eine einzige andere Kamera, die diese Funktion anbietet und diese ist die Nikon D3. Die D3 kostet aber das 10x der R10 und dort funktioniert die elektronische Wasserwaage nur im landschafts Modus.


Die Menüs sind sehr übersichtlich gestaltet und lassen sich auch sehr einfach bedienen, die Schrift ist leicht zu lesen und alle Optionen kann man schnell finden. Die Funktionen reichen von der Intervalfunktion über eine festgelegte Langzeitbelichtung zwischen 1 und 8 Sekunden, Doppelbild-Aufnahme (ein Bild in voller Auflösung und eins in niedrigerer Auflösung) und maximaler Belichtungszeit bei Dunkelheit. Diese ist alles Klasse aber die Funktion, die ich am besten finde ist die frei festlegbare Selbstauslöse-Funktion.
Jeder kennt das Problem, man möchte ab und zu auch in einem Foto mit dabei sein aber alle Kameras erlauben es die Auslöseverzögerung entweder auf 2 oder 10 Sekunden zu stellen was nicht immer ausreicht. Zudem muss man für jedes neue Bild zurück zur Kamera laufen und den Selbstauslöser neu aktivieren. Dies ist ab jetzt kein Problem mehr, denn die benutzerdefinierte Selbstauslöse-Funktion erlaubt es die Verzögerung und die Anzahl an Bildern selbst festzulegen. Man kann bis zu 10 Bildern im Abstand zwischen 1 und 10 Sekunden einstellen und so hat man genügend Zeit bequem platz einzunehmen und auch ins Bild zu sein.


Wenn man sich im Wiedergabe-Modus befindet hat man die Möglichkeit einige kleinere Einstellungen and den Bildern vorzunehmen. Man kann den Weissabgleich, die Bildgrösse, Bildauschnitt und die Helligkeit verändern, da dies eine Kopie des Originalbildes erstellt kann man so frei und ohne Gefahr experimentieren. Das funktioniert in der Parxis sehr gut dank des hochauflösenden Bildschirms. Der eigentliche nutzen hält sich eher in Grenzen, denn wer einen PC zu Hause stehen hat wird die nötigen Einstellungen an den Bildern wohl eher daran vornehmen wollen.

Das was der erste Teil, hier geht es weiter zu Teil 2

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